40 Jahre BUSTORFF MESSEBAU

Was 1971 als „deko-studio b" mit kleinen Verkaufsständen und Reklame-Bildern auf Mineraloel-Messen begann, ist heute eine branchenübergreifende Dienstleistung: „Als Messebauer sind wir Berater, Architekten, Designer, Organisatoren, Netzwerker, Produzenten, Handwerker, Experten und `Mädchen für alles‘", so Jan Bustorff, der gemeinsam mit seiner Schwester Katja die Geschäfte von BUSTORFF MESSEBAU führt. Die Anforderungen der Kunden sind gestiegen: „Zeitgemäßer Messebau muss Konzepte entwickeln, die nicht nur einen Verkaufsraum beinhalten, sondern das Wesen einer Marke auf den ersten Blick erkennbar machen", so Bustorff weiter. Genau hier liegt die Stärke des Trittauer Unternehmens: In dem modernen Bürogebäude mit eigener Tischlerei und zwei Lagerhallen mit Hochregalen arbeiten heute 15 feste Mitarbeiter und auf den Messeveranstaltungen bis zu 50 Monteure. Auf der Referenzliste stehen Firmen wie E.ON Hanse, Tchibo, Sonax, die Hamburger Hochbahn oder Langnese. Das Erfolgsrezept? „Wichtig ist, neue Trends und Anforderungen rechtzeitig zu erkennen", so Katja Bustorff. So habe man zum Beispiel bereits 2002 gemeinsam mit dem Kunden WashTec das Thema „Nachhaltigkeit" mit einem 1.200 qm großen Außenpavillon umgesetzt, der keine Klimaanlage, sondern ein natürliches Belüftungssystem besitzt und seitdem nahezu unverändert wieder aufgebaut wird.

Die Anfänge: Sperrholzwände und Klemmstrahler

Und genau diese Trends waren es, die die Entwicklung von BUSTORFF MESSEBAU und nicht zuletzt die gesamte Branche immer wieder vorangetrieben haben. Rückblick: Firmengründer Walter Bustorff war zu Beginn der 70er Jahre bei der ESSO AG in Hamburg beschäftigt. Seine Aufgabe: Die Organisation von bundesweiten Verkaufsförderungsveranstaltungen. Da er zur Unterstützung kein geeignetes Unternehmen fand, machte er sich kurzerhand selbstständig und organisierte als „deko-studio b" selbst die Veranstaltungsreihen quer durch die Republik. Diese Spezialisierung erweiterte schon sehr bald seinen Kundenkreis, vor allem aus der Mineralölbranche.

Deren Anforderungen an einen Messestand waren wie folgt: Lackierte Sperrholzwände mit Reklamebildern - wahlweise wurde das Produkt auch direkt darauf befestigt - Klemmstrahler zur Beleuchtung, fertig! „Bewerben und Verkaufen, darum ging es damals", so Jan Bustorff.

Die 80er Jahre: Plexiglas, Aluprofile - und Sitzecken

Im folgenden Jahrzehnt wurde für die Veranstalter der Partnermessen ein einheitliches Erscheinungsbild mit Wiedererkennungswert immer wichtiger. Es entstanden die ersten „richtigen" Messestände aus Aluminiumprofilen. Hier konnte man eine Sitzecke einrichten und die Beleuchtung in die eigens dafür vorgesehene Dachkonstruktion montieren, um den Stand flexibel auszuleuchten. Die Reklamebilder verschwanden und wurden gegen hinterleuchtete Plexiglaskästen ausgetauscht, auf die die Werbegrafiken kaschiert wurden. „Als gelernter Schauwerbegestalter war der ästhetische Anspruch meines Vaters maßgeblich für das neue ‚Gesicht‘ dieser Veranstaltungen", so Katja Bustorff. Heute fast unvorstellbar: Da es noch keine Handys gab, stand allen Beteiligten ein einziges Hallentelefon zur Verfügung.

Generationswechsel Anfang der 90er : Designermöbel und Plasmabildschirme

Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1992 übernahmen Katja und Jan Bustorff die operative Führung des Messebau-Unternehmens, das sie im Andenken an den Gründer in „BUSTORFF MESSEBAU, Walter Bustorff KG" umbenannten. Die Messestände wurden größer. Statt Z-Barhockern und Korbstühlen hielten Designermöbel, Personal-Computer, später Plasmabildschirme und Touchscreens in den Hallen Einzug. „Wir haben in dieser Zeit viel technisches Know-How gesammelt, um unseren Kunden immer neue Medien- und Veranstaltungstechnik anbieten zu können", so Jan Bustorff. Bei BUSTORFF Messebau entwarfen nun Architekten die Messestände, die in dieser Zeit bereits zweigeschossig wurden. „Die neuen Aufgaben, z. B. bezüglich Statik und Konstruktion, haben unser Leistungsspektrum nochmals erweitert", ergänzt der Geschäftsführer, der selbst ein Architektur-Studium absolviert hat. „Zweigeschossige Messestände sind bis heute sehr aufmerksamkeitsstark und ein Zeichen für die Prosperität eines Unternehmens." Auch im Innenbereich wurde mehr und mehr konventionell gefertigt: Das klassische Systembaumaterial trat in den Hintergrund und wurde immer öfter als Gerüst verwendet, das mit Wandplatten verkleidet wie eine homogene Fläche aussah. Gleichzeitig wuchsen die Anforderungen an die Modularität eines Messestandes, um mit den gleichen Mitteln verschiedene Standflächen bespielen zu können. „Ein Gedanke, der unter ökonomischen - heute aber ganz aktuell auch ökologischen - Gesichtspunkten von großer Bedeutung ist", so Katja Bustorff.

Messebau heute: Umsetzung der Marke im Raum

Auch wenn das frühere Messebau-Geschäft immer wieder Modetrends unterworfen war - egal ob „Truss" (Traversen-Systeme aus dem Bereich der Konzert- und Veranstaltungstechnik), weiße Stände, „runde Ecken", Stände mit Stoff oder bedruckten Segeln - so setzt sich heute immer mehr der Trend zu einer individuellen Bauweise durch, die das spezifische Profil eines Unternehmens in den Vordergrund rückt. „Irgendwann im Laufe der vergangenen 40 Jahre hat sich der Bruch vom Messestand als reinem Verkaufsstand zur Markeninszenierung vollzogen", resümiert Jan Bustorff und ergänzt: „Der Messestand von heute ist die Umsetzung der Marke im Raum - und damit Teil einer ganzheitlichen Kommunikations-Strategie der Unternehmen."